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Blood & Honour PDF Drucken E-Mail
Blood and Honour (deutsch: Blut und Ehre) ist ein Netzwerk von neonazistischen Skinheads, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Nazi-Bands miteinander zu koordinieren und die nationalsozialistische Ideologie in die Skinhead-Bewegung zu tragen. Der Name hat eindeutigen NS-Bezug.

Die Worte "Blut und Ehre" waren auf den Fahrtenmessern der Hitlerjugend eingraviert, die Nürnberger Rassengesetze hießen offiziell "Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre".
Das Netzwerk wurde in den 80er Jahren in Großbritannien unter maßgeblicher Beteiligung von Ian Stuart Donaldson (1993 verstorben), dem Sänger der Nazi-Band Skrewdriver gegründet. Symbol von Blood and Honour ist die Triskele, eine Art dreiarmiges Hakenkreuz, das auch vom Ku-Klux-Klan benutzt wird. Szenecode für B&H ist die 28 (Zahlenwert der Buchstaben B und H). Mit "Combat 18" besteht ein "bewaffneter Arm" von Blood and Honour, der vor allem in England und Skandinavien aktiv ist, aber auch in Deutschland Anhänger hat. Mittlerweile gibt es Blood and Honour-Divisionen in vielen europäischen Ländern sowie in den USA undin Australien.
1991 überfallen Ian Stuart und seine Band mit ihrem aufgeheizten Publikum in Cottbus Asylbewerber und Migranten und demolieren einen Jugendclub. 400 Polizisten müssen eingreifen. Die Band verbringt einige Monate im Gefängnis Berlin-Moabit.
1994 wird die "Blood&Honour Division Deutschland" unter der Leitung ostdeutscher Skins in Berlin gegründet. Ihr Vorsitzender wurde Stephan Lange. Neben der Berliner Sektion bilden sich bald weitere in anderen Bundesländern, so unter anderem in Bayern und Schleswig Holstein.
1995 erschien erstmals ein vierseitiges deutschsprachiges Blood&Honour-Mitteilungsblatt, das über die Kontaktanschrift des Vertriebs "NS 88" in Dänemark bezogen werden konnte. In der zweiten und dritten Ausgabe wird als Kontaktanschrift auch das Postfach der Berliner Blood&Honour-Sektion angegeben, die eine Führungsrolle unter den deutschen Sektionen einnimmt.
Die dritte Ausgabe von "Blood&Honour" ist überschrieben mit "Division Deutschland". Ein Großteil der rechten Skinhead-Bands ist zu dieser Zeit innerhalb der Netzwerkstrukturen von "Blood&Honour" bzw. der "Hammerskin"- Bewegung organisiert. Neonazistische Gruppen wie die Kameradschaft "Neuteutonia Neustrelitz" arbeiten eng mit "Blood&Honour" zusammen.
Enge personelle Verbindungen bestehen teilweise auch zwischen Blood &
Honour und der NPD. Auch zu der Berliner Nazi-Rocker-Combo "Vandalen" bestanden gute Kontakte.
So führte die Polizei in Weißensee eine Großrazzia im Clubbhaus der "Die Vandalen" durch. Anlass des Polizeieinsatzes war die Jahresfeier der "Vandalen", die sich vor 18 Jahren im damaligen Ost-Berlin gegründet hatten.
Unter den Veranstaltungsteilnehmern waren Oliver Schweigert, einst Vorsitzender der "Nationalen Alternative", der Ex-Söldner Eckart Bräuniger, Stephan Lange, Führer der Division B&H Deutschland, und Karola Nachtigall, NPD-Landesvorsitzende Berlin- Brandenburg.
Im Laufe der Ermittlungen gegen die rechtsextreme Band "Landser" aus Berlin kommt es auch zur Durchleuchtung der "Blood&Honour"-Strukturen. Die 1998 festgenommenen "Landser"-Kuriere der aber auch ein Mitglied aus höheren Rängen von "Blood&Honour", Jens Hessler (Betreiber des Nibelungen Versand, Hauptimporteur von B&H), machten nach ihrer Festnahme umfangreiche Aussagen bei der Polizei.
Die deutsche Division wurde am 12. September 2000 verboten, ist aber zu großen Teilen unter neuen Namen weiterhin aktiv. Bei Durchsuchungen im Zuge des Verbotsverfahrens wurde eine "Kriegskasse" von nur 73000,- DM beschlagnahmt, ein Witz angesichts von Millionengewinnen durch das CD Geschäft.

Bei Stephan Lange in Berlin, dem Chef der deutschen Sektion, wurde 1/3 der Gesamtauflage des B&H Magazins Nr.9 (1500 Stück) sowie 500 Stück der englischen Ausgabe beschlagnahmt. Die schon erwähnten 73000 DM wurden bei Sven Schneider, Leiter der Sektion Brandenburg, beschlagnahmt, ebenso 300 B&H Magazine und 80 CD's. Der Großteil des "Blood and Honour"-Materials war wahrscheinlich vorher in Sicherheit gebracht worden.


Quelle: Motiv Rechts 2, Juli 2005
 
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